Schweizer Verlegern ist Google scheinbar egal

11.08.08

Nicht immer ist die schwäbische Grundtugend des Sparens angebracht, schon gar nicht im journalistischen Bereich. Die Verleger von baz.online, Berner Zeitung und Tagesanzeiger gingen den klassischen Weg der Kostensenkung und gründeten eine Gemeinschaftsredaktion. Die 40 Mitarbeiter sollen den Mantel der drei Zeitungsportale zusammenstellen. Was im Druck bestimmt eine effektive Lösung ist, kehrt sich im Online-Bereich ins Gegenteil.

Der springende Punkt: Auf allen drei Portalen sind gleichzeitig absolut identische Inhalte zu finden. Ein an Druck gewohnter Zeitungsmacher würde sicherlich mit den Schultern zucken. Ein Onliner hingegen mit den Augen rollen. Der Suchmaschinenmonopolist Google mag eines ganz und gar nicht, nämlich doppelte Inhalte. Es entzieht sich meiner Kenntnis, wie viele Besucher die einzelnen Online-Publikationen über die Suchmaschine beziehen, vielleicht sind es geschätzte 20 Prozent. Diese könnten nun aber bald fehlen bzw. noch schlimmer, an Konkurrenten verloren werden. Da beisst sich das Sparschwein in den Schwanz.

Aber wie es aussieht wandeln auch die Marktbegleiter relativ ungelenkt in diesen Fußstapfen. Auf News1.ch ist momentan eine Pressemeldung hinterlegt, nach der gleich sechs Schweizer (“Neue Luzerner Zeitung”, “St. Galler Tagblatt”, AZ Medien, die Meier + Cie AG, die Südostschweiz Medien AG und die Zürich Land Medien AG) ein ähnliches Projekt aus der Taufe heben möchten. Hier kann ich nur raten … Rent a SEO ;)

Matthias

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