Astroturfing ist eine Wortneuschöpfung im amerikanischen Englisch. Zu verstehen sind darunter gesteuerte Public Relations Maßnahmen, die nach ungesteuerten, spontanen Aktionen von unabhängigen Bürgerinitiativen oder Einzelpersonen aussehen sollen. Im Englischen werden Bürgerinitiativen als Grassroot – Graswurzel – bezeichnet. AstroTurf ist eine in den USA sehr bekannte Marke für Kunstrasen. Die Bezeichnung Astroturfing weist also mit einem Augenzwinkern darauf hin, dass es sich um eine künstliche geschaffene Bürgerinitiative handelt. Die erste bekannte Nutzung des Begriffes geht auf den US-Senator Lloyd Bentsen im Jahre 1985 zurück.
Im künstlichesten Fall simulieren bezahlte Kräfte oder überaus verlässliche Sympathisanten eine Bürgerbewegung: Sie schreiben unter meist falschen Namen Leserbriefe an Zeitungen, kommentieren auf Blogs, richten Fan- oder Hass-Websites ein, versuchen mit persönlichen Briefen / EMail andere Menschen oder Multiplikatoren zu Reaktionen zu bewegen. Oftmals werden Vereine oder Initiativen “gegründet”, um in der öffentlichen Darstellung nicht nur unabhängig, sondern auch größer zu wirken. Solche Initiativen erhalten dann auf wundersame Weise “Spenden”, mit denen beispielsweise Anzeigenkampagnen in Tageszeitungen finanziert werden. Dies ist Black Public Relations in Reinform.
Weiterführende Artikel zum Thema Black Public Relations auf diesem Blog:
Während Black Public Relations von den ethischen Grundsätzen der PR-Verbände widerspricht und teilweise gegen Gesetze verstößt, fällt vieles im Astroturfing in den Bereich der tolerierter Maßnahmen. Bei diesen gibt sich der ursrüngliche Initiator zu erkennen. Als Beispiel wären vorgefertigte Postkarten, Brief- und Emailvorlagen zu nennen oder Hilfestellung (finanzieller oder beratender Art) für sympathisierende Gruppen.
