20 Cent oder wie Verlage Leser verwirren

10.08.08

An dieser stelle kann ich nicht sagen, wie das “Junge Magazin” der Lausitzer Nachrichten zu seinen Namen 20 Cent kam; auf eine Traditionspostille lässt der Namensbestandteil Cent aber nicht schließen. Digital ist nicht erst seit Vorgestern wichtig und daher existiert natürlich auch (oder ausschließlich?) eine Online-Ausgabe. Was würde ein Normalnutzer (NN) in das Adressfeld seines Browsers eintippen? … www.20cent.de nehme ich an. Und schon strahlt dem informationshungrigen NN ein freundliches Angebot von Deutschlands ersten Direktversicherer (Stand 10. August 2008) entgegen. Als leidensfähiger NN hat man gelernt, dass sich manch deutschsprachiges Angebot total digital global hinter einer .COM-Adresse verbirgt. Also neuer Versuch mit www.20cent.com: “This account has been suspended. Either the domain has been overused, or the reseller ran out of resources.” Statt viel Bunt und Boullevard nur magere zwei Zeilen. Das sieht werder nach “Jung” noch nach “Magazin” aus. Guter Rat ist teuer!

Die kreativen Macher des Lausitzer Ablegers waren sehr findig, denn gefunden haben sie die Domain 20-cent.de. Und weil es klevere Kerlchen sind, haben sie sich ebenfalls gleich die 20-cent.com geschnappt. Die leitet natürlich nicht nach 20-cent.de um, sondern auf ein Angebot auf einer Subdomain: sol.20-cent.de. Leider entzieht es sich meiner Kenntnis, ob das Saarlandangebot (SOL: Saarbrückener Zeitung Online) unter der .COM-Adresse vermarktet, aber wenn dem so ist … warum dann die Weiterleitung. Ist dem nicht so, warum dann die Weiterleitung auf die Subdomain? Um das ganze noch abzurunden, steht im Title (Browserfenster über dem Adressfeld) auch von 20Cent (ohne Leerzeichen). Kreativität ist nicht gleichbedeutend mit Verwirrung liebe Lausitzer, Leserverwirrung meine ich.

Wer ein neues Projekt aus dem Boden stampft, das sich zu einer Marke entwickeln soll, der muss (im deutschsprachigen Raum) sich die entsprechenden Namen (Bindestriche, gängige Fehlschreibungen, Buchstabendreher!) nicht unter den nationalen Toplevel-Domains .DE, .AT und .CH, sondern auch unter den gängigen nationalen Toplevels sichern.

Also liebe Lausitzer, die 20cent.com gibt es bestimmt für eine Hand voll Dollars zu kaufen, 20cent.de rückt mit Sicherheit die Hannoversche Leben für eine schöne Microsite heraus. Eure Leser werden es Euch danken.

Matthias

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